Wir entdeckten diesen Ort schon vor einiger Zeit, als Leipzig noch nach Ruinen roch. Unerwartete Ruhe und ein Raum, der in uns die Ahnung erweckte, hier unsere Lebensfäden zu einem Netz verknüpfen zu können – aus der Kinderstube in der gehobenen Gastronomie kommt das Gefühl für Gäste und der Sinn fürs Kulinarische – aus der Musik kommt die Sinnlichkeit und die Offenheit für den Moment – und aus der pädagogischgen Tätigkeit kommt das Bewusstsein dafür, dassMenschen in Gruppen immer besondere Bedingungen brauchen, um sich zu öffnen. Und so begannen wir die Geschichte der Alten Schlosserei als private Initiative.

Ein Raum ist ein Raum. Er ist sowieso da, auch wenn niemand ihn betritt. Er entfaltet seinen Sinn, seine Sinnlichkeit, wenn er eine zeitliche Dimension erhält – wenn er Menschen durch einen Abschnitt ihrer Lebenszeit begleitet. Diese Begleitung kann positiv oder negativ verlaufen. Wenn sie positiv verläuft, trägt sie zu unserem inneren Wachstum bei. Aus diesem Blickwinkel ist die Alte Schlosserei ein Gewächshaus für Menschen.

Unser Anliegen ist es, neben der Gestaltung der Räume, die Zeit, die jemand bei uns verbringt, auch auf andere Art zu begleiten. Dies kann von der Vermittlung von Kulinarischem bis zur Organisation ganzer Veranstaltungen gehen. Im besten Falle ist der Aufenthalt strukturiert sein wie ein schönes Musikstück, spannend von Anfang bis Ende, mit den Pausen an den richtigen Stellen, und mit Momenten für große Gefühle oder Gedanken, die gefühlt oder gedacht werden, oder eben nicht.

Elke Heiwolt und Kornelius Unckell